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Das Comité kommt nach Europa!

 

Im Jahr 2005 wurde es zum ersten Mal möglich, ein Mitglied des Comités in Deutschland zu empfangen. Für eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist ein gegenseitiger Austausch eine kostbare Erfahrung. Auf seinen Stationen in Schweden, Deutschland und Großbritannien warb Richard „Bruja" Cantillano für das Projekt und erläuterte die Ziele und Pläne des Bello Barrio.

Auch CASA para Chile e.V. beteiligte sich an der Gestaltung der Reise des Comité- Repräsentanten. CASA und Bruja hielten gemeinsam unterschiedliche Vorträge. An der Flensburger Universität gab es viele interessierte ZuhörerInnen, in Lübeck waren wir im Weltladen zu Gast, in Hamburg kam es zu intensiven Diskussionen im Café Knallhart und in der St.-Johannis Gemeinde in Hameln (Klein Berkel) kam es zum Austausch über die unterschiedlichen Nord-Süd-Erfahrungen mit der Partnergemeinde in Brasilien.

Die Vorbereitung dieser Vorträge und weiterer Termine und die vier Wochen, die Richard mit uns verbrachte, haben die Arbeit des Vereins sehr bereichert. Die Möglichkeit, mit jemandem aus dem Comité persönlich zu diskutieren und Erlebnisse zu sammeln, hat unser Verständnis vom Alltag, den Träumen und Zielen unserer Freunde erweitert. Auch umgekehrt ist Richard mit vielem neuen Wissen, Ideen, Anregungen, Kritik und guten Wünschen nach Chile zurückgekehrt, so dass die Arbeit des Comités davon profitierte.

 

Im Jahr 2007 wurde Rodrigo Bermudez, Mitglied im Comité, von der UN nach Genf eingeladen. Als Mitglied im Netzwerk „Kindheit und Jugend in Chile" vertrat er dort die Perspektive der Zivilgesellschaft bei der Präsentation der Fortschritte Chiles in Bezug auf die Rechte der Kinder. CASA para Chile nutzte die Chance einen weiteren Vertreter des Comités persönlich einzuladen. Rodrigo verlängerte seinen Aufenthalt in Europa um einige Tage und ein Treffen in Hamburg wurde möglich.

 

2009 war es dann noch einmal Richard Cantillano, der nach Europa reiste. An seinem ersten Abend fand im Hamburger Centro Sociale ein Vortragsabend statt. Anhand einer vielfältigen Fotoshow wurde den etwa 25 BesucherInnen viel über das derzeitige Leben in der Toma und die Idee des Bello Barrios berichtet. Durch den Verkauf von Wein, Tacos und Soli-Postkarten kamen Spenden fürs Projekt zusammen.

Bei einer nächsten Station in Flensburg bot sich die seltene Gelegenheit für direkte Begegnung und Diskussion über Projekte und Freiwilligenarbeit. Dabei wurden unter anderem die Eckdaten des ASA-Programms 2010 beschlossen. Bei einer Exkursion in den Energiepark Artefact konnten Erfahrungen ausgetauscht werden, z.B. zu Lehmöfen und solarer Wassererwärmung, die auch ins Bello Barrio eingehen werden.

 

Von April bis Juni 2011 ist Richard „Bruja" Cantillano wieder durch Deutschland gereist. Natürlich wurde die Zeit intensiv genutzt, um mit CASA und anderen Unterstützern des Comités weiter am Projekt Bello Barrio zu feilen. Dabei hat Bruja mit verschiedenen Mitgliedern von CASA Vorträge in mehreren Städten gehalten. Die Reise hat ihn über Darmstadt, Köln, Hamburg und Flensburg bis nach Berlin und Dresden geführt. 
 
Nach dem Start in Darmstadt war Bruja in Köln bei Leonardo und Barbara mit ihrer kleinen Tochter Anouk zu Gast, die bereits alle drei als Freiwillige im Comité gewohnt haben. Zusammen organisierten sie einen Diavortrag zum Projekt Bello Barrio auf Deutsch und Spanisch, der am 08. Mai im Allerweltshaus präsentiert wurde. Der Vortrag schloss mit einer Diskussion und einem lockeren Ausklingen bei Musik und Gespräch ab. Zudem konnten die beiden ASA-Stipendiatinnen Tatiana und Ilka
gleich Bruja kennenlernen.

Nach einem Aufenthalt in Hamburg bei Jordis, wo die Anträge für weitere Fördermittel erarbeitet wurden, reiste Bruja weiter nach Flensburg. Hier fand am 24. Mai mit Unterstützung von Hannah ein Vortrag an der Universität Flensburg in Kooperation mit BEI SH e.V. statt. Durch die Präsentation „Wege aus der Armut - Ein Projekt für unabhängiges und ökologisches Leben" wurde den Studierenden des internationalen Master-Studienganges „Energy and Environmental Management" (EEM) der Universität
Flensburg und weiteren Interessierten gezeigt, welche Form der selbstorganisierten Entwicklungshilfe neben den großen etablierten Organisationen möglich ist. Im Anschluss fand eine intensive Diskussion statt.

Während seines Aufenthaltes in Berlin vertrat Bruja das Comité auf dem Karneval der Kulturen. Valeria (ASA-Stipendiatin 2010) hat zusammen mit Carlos einen Stand auf der Veranstaltung organisiert, der sich mit dem kulturellen Austausch von Ideen/Konzepten zum besseren Leben und Wohnen beschäftigte. Anhand des Beispiels „BelloBarrio" wurden die Besucher des Karnevals dazu angeregt, sich Gedanken über ihre Wohn- und Lebensweise zu machen. Durch die Vorstellung des Bello Barrios und anderer Wohnprojekte sollte so ein Anreiz gesetzt werden, selbst zu handeln und seine eigene Wohnsituation ggf. zu ändern.

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Bruja (r) auf dem Karneval der Kulturen

 

Zum Abschluss der Reise fuhr Bruja nach Dresden, wo er bei Juliane wohnte. Hier standen gleich zwei Ereignisse im Mittelpunkt. Zum einen ein Vortrag mit dem Thema „Wie willst Du leben und wie leben andere?" sowie das zweite Vereinstreffen von CASA in 2011.

In der Dresdner „Veränderbar" kamen am 16. Juni ca. 25 Interessierte zusammen, um den Ausführungen von Bruja und Juliane zu lauschen. Der Abend begann mit einer kurzen Bilderpräsentation über CASA, das Comité und die Idee des Bello Barrio. Danach hatten die ZuhörerInnen Gelegenheit, Bruja ihre Fragen zu stellen. Neben interessierten Fragen zur Wohn- und Arbeitssituation der Familien ging es z.B. auch in kontroversen Gesprächen um Fragen des chilenischen Bildungssystems. Abschließend hatte ein 25minütiger Amateurfilm seine Premiere, der erst im Mai/Juni 2011 durch Ivan (ein Mitglied des Comité) gedreht worden war und der mit bewegten Bildern und Musik die aktuellen Entwicklungen des Comité in Limache – den Umzug der ersten Häuser – zeigt.

Brujas Aufenthalt in Dresden war auch Anlass zur vielfältigen regionalen Vernetzung: Neben dem Dresdner Verein "Internationale Gärten Dresden e.V." lernten wir die „Asociación Cultural Iberoamericana" kennen und möchten den partnerschaftlichen Kontakt gern weiter ausbauen.

Nach den drei ereignisreichen Monaten ist Bruja Ende Juni wieder nach Chile geflogen, seitdem arbeitet er hauptsächlich zusammen mit Rorro an der Weiterentwicklung des Bello Barrio.